Freitag, 27. April 2012

Rosen und ihre Schädlinge

Marienkäfer sind die natürlichen Feinde von Blattläusen

Als ich mir letztens einige Rosen anschaute, entdeckte ich zwischen den Blütenblättern einen kleinen Untermieter: einen Marienkäfer. Da dies zu meinem heutigen Thema so gut passte, zückte ich meine Kamera und machte ein Bild davon. Nein, ich denke nicht, dass ein Marienkäfer ein Rosenschädling ist. Viel mehr ist er ein Schädlingsbekämpfer. Zumindest, was Blattläuse angeht.

Anders als bei den Rosenkrankheiten gibt es bei den Rosenschädlingen meistens auch entsprechende Fressfeinde, die uns dabei helfen, die Rosen zu schützen. Daran sollte man stets denken, bevor man zur chemischen Keule greift und womöglich so die nützlichen Insekten ebenfalls vernichtet.

Und nun stelle ich euch einige Rosenschädlinge vor, welchen Schaden sie verursachen und wie man dagegen vorgehen kann:


Kalifornischer Blütenthrips (Frankliniella occidentalis)

Blütenthrips (Bild von Kordes-Rosen.de)
Symptome: Die Rosenblüten bleiben verschlossen oder öffnen sich nur zum Teil und sehen angefressen aus.

Was ist passiert? Durch das Saugen der Thripse an den Blüten entstehen die eben genannten Symptome. Je wärmer und schwüler das Wetter ist, desto größer ist der Befall. Besonders schwer trifft es stark gefüllte Rosensorten. In deren Blüten sind die Thripse geschützter.

Was kann man machen? Man sollte die beschädigten Blüten entfernen. Gegen Thripse gibt es bisher auch kein chemisches Mittel, das wirklich hilft. Daher sollte man einfach hoffen, dass nach den entfernten Blüten die nächsten Blüten ohne Befall durchkommen, was in der Regel auch so ist.


Erdbeerblütenstecher (Anthonomus rubi)

Erdbeerblütenstecher (pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de)
Symptome: Knospen sind abgefallen oder baumeln nur noch an einem fast durchtrennten Stiel.

Was ist passiert? Der winzige Käfer (nicht mal einen halben Zentimeter groß) legt seine Eier in die Knospe. Danach nagt er den Stiel an.

Was kann man machen? Im April und Mai untersucht man die Rosen. Knospen, die die oben erwähnten Symptome habe, sollten dann in den Hausmüll wandern.


Rosenzikade (Typhlocyba rosae)

Rosenzikade (Bild von schmidt-gartenpflanzen.de)
Symptome: Kleine, weiße Punkte sind an den Blattadern zu erkennen. Nach und nach dehnt sich die Verfärbung immer weiter aus. Irgendwann entstehen blasenartige Schäden.

Was ist passiert? Die Zikade saugt an der Blattunterseite und verursacht den Schaden.

Was kann man machen? Die grünweißlichen Insekten fliegen sofort weg, wenn das Blatt berührt wird. Ein chemisches Mittel gegen die Zikaden ist daher sehr ratsam und hilfreich.


Triebbohrer (Ardis brunniventris bzw. Blennocampa elongatula)

Triebbohrer (Bild von arbofux.de)
Symptom: Noch bevor die Rose anfängt zu blühen, sterben die Triebe ab.

Was ist passiert? Beim Triebbohrer handelt es sich um Larven. Genauer gesagt: um Larven von Blattwespen. Zwei Arten dieser Insekten legen die Eier ab April auf die Triebe ab. Frisst sich nun der aus den Eiern entstandene Triebbohrer durch den Trieb, stirbt dieser ab. Man unterscheidet übrigens zwischen aufsteigenden und absteigenden Triebbohrer. Je nach dem, ob er sich von unten nach oben bzw. von oben nach unten frisst.

Was kann man machen? Der Rosenfreund sollte die befallenen Triebe abschneiden und im Hausmüll entsorgen. Das am besten noch, bevor der Triebbohrer den Trieb verlässt und sich im Erdreich verpuppt. Sollte man Schlupfwespen sehen, darf die Freude groß sein: Diese sind die natürlichen Feinde des Triebbohrers.


Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae)

Große Rosenblattlaus (Bild von arbofux.de)
Symptom: Die Rose wächst nicht mehr so schnell und hat verkrüppelte Triebe, Knospen und Blätter.

Was ist passiert? Um an den Pflanzensaft zu kommen, stechen Blattläuse die Rose an. Die dabei abgesonderten Stoffe sind giftig und führen zu den oben genannten Symptomen. Ist es besonders warm, kann sich die Population der Blattläuse rasend schnell erhöhen.

Was kann man machen? Vorbeugend sollte die Rose an einem luftigen Standort stehen. Sollten sich die ersten Blattläuse ansiedeln, kann man zu milden Spritzmitteln greifen. Zu empfehlen ist beispielsweise Raptol. Wer auf natürliche Feinde der Rosenblattlaus hofft, heißt Florfliegen, Schwebfliegenlarven, Vögel und natürlich Marienkäfer herzlich willkommen.


Kleiner Rosenkäfer (Phyllopertha horticola)

Kleiner Rosenkäfer (Bild von Kordes-Rosen.de)
Symptome: Schäden in Form von Löchern sind an Blättern und Blüten zu erkennen.

Was ist passiert? Die bräunlichen Käferchen mit dem glitzernden, grünen Kopf hat sicher jeder schon mal gesehen. Die Käfer bzw. seine Larven (fressen Wurzeln von Gräsern und Stauden) verursachen den Schaden durch Fraß.

Was kann man machen? In Jahren, wo es nicht so viele Rosenkäfer gibt, kann man diese von der Rose nehmen und woanders aussetzen. Dafür eignet sich der Garten des unsympathischen Nachbarn sehr gut. Für Jahre mit hohen Populationen empfiehlt es sich, im Handel Fallen zu kaufen. Der Käfer steht auf dem Speiseplan von Krähen, Spatzen und sogar Fledermäusen. Grünspechte und Igel machen sich dagegen über die Larven her.


Rosenblattrollwespe (Blennocampa pusilla) und Rosenblattwespe
Rosenblattrollwespe
(stadtentwicklung.berlin.de)

Symptom: Wie man schon dem Namen des Insekts entnehmen kann, rollen sich die Blätter der Rose nach unten. Dies geschieht meistens in den Monaten Mai bis September. Bei herkömmlichen Rosenblattwespen sind die Blätter angefressen und haben Löcher.

Was ist passiert? Die Larven der Rosenblatt(roll)wespe fressen und sorgen für die Schäden an den Blättern.
Rosenblattwespe
 (Bild von bayergarden.dk)

Was kann man machen? Man sollte die befallenen Blätter sofort entfernen. Am besten vor dem Puppenstadium der Larven, um einen noch größeren Befall im kommenden Jahr zu verhindern. Hilft dies nichts, kann der Gartenfreund zu chemischen Mitteln greifen. Bei Lochfraß der Rosenblattwespen sind die Schäden meistens eher gering. Hier hilft auch, die Larven einfach zu zerquetschen.


Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae)

Symptome: Die Rosenblätter verfärben sich auf der Oberseite silbrig bis bronzefarben. Dies fängt punktförmig an und wird zu immer größeren Flächen. Schaut man gut hin, erkennt man auch feine Gespinnste.

Was ist passiert? Der Schädling sitzt auf der Blattunterseite und sticht hinein. Dadurch dringt Luft in das Blatt, was die Ursache für die oben erwähnten Verfärbungen ist.
Gemeine Spinnmilbe

Was kann man machen? Die Rosen sollten an einem nicht zu heißen, dafür aber sehr windigen Standort stehen. Gleichmäßiges Gießen und eine Düngung mit Kali sind sehr hilfreich. Laub mit Spinnmilben sollte man entfernen. Natürliche Feinde der Milben sind Raubwanzen und Raubmilben.





Kommentare:

  1. achtung! der goldglänzende rosenkäfer gehört meines wissens zu den in deutschland geschützten tierarten und sollte nicht vernichtet werden. dazu zwei interessante beiträge im gartenforum.de, allerdings schon aus dem jahr 2005:
    Rosenkäfer
    Die Blüte wird von innen ausgehöhlt und zerfressen. Schuld daran ist ein Käfer, und zwar der Rosenkäfer oder der kleine Rosenkäfer. Der Rosenkäfer wird etwa 2 cm groß, besitzt gold-grüne Flügeldecken mit weissen Punkten und ist auf der Unterseite kupferrot, also leicht zu identifizieren. Der kleine Rosenkäfer hat dunkelbraune Flügeldecken und wird nur ca. 1 cm groß Glücklicherweise kommen beide nicht sehr häufig vor.

    Vorbeugung
    Käfer absammeln, am besten morgens, wenn sie noch unbeweglich sind.
    ...
    Die einzige mögliche unangenehme Eigenschaft der Rosenkäfer kommt in sterilen Gärten vor: Rosenkäfer bestäuben wie Bienen Blüten. Sie nehmen aber keinen Nektar als Belohnung, sondern Pollen selbst ist ihre Nahrung. Auf Käferbestäubung spezialisierte Blumen erzeugen daher keinen Nektar sondern sehr viel Pollen. Blumen, die sowohl durch Nektar- als auch Pollensammler bestäubt werden, erzeugen beides. Etwa Rosen. Rosenkäfer wissen, daß es bei Rosen viel Pollen zu holen gibt. Unsere modernen Gartenrosen jedoch haben meist zu Kronblätttern umgewandelte (gefüllte Blüten) oder sterile Staubblätter, produzieren also keinen nährstoffreichen Pollen. Der so getäuschte Käfer frißt dann die sterilen Blätter und die bunten Kronblätter – da sie sehr nährstoffarm sind ein Vielfaches der Menge an Pollen, die er verdrücken würde. Dadurch sind die Käfer in Rosenmonokulturen sehr unbeliebt. Gibt es jedoch genügend Pollenblumen zum Ausweichen, so richten die sehr hübschen Käfer keinen Schaden an.
    ich habe öfters rosenkäferlarven in meinen blumentöpfen, wo sie die wurzeln abfressen. sie werden von mir gesammelt und zum kompost gebracht, dort gibts genug zu fressen. mit dem käfer selbst hatte ich noch nie probleme, wahrscheinlich, weil ich nur wenige rosen und auch andere blütenpflanzen habe.
    sorry, der kommentar ist seehr lang geworden! lg, susi

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    1. Hallo Susi,

      du musst dich doch nicht für einen langen Kommentar entschuldigen. Viel mehr sage ich dir ein liebes Danke, weil du mit deinem informativen und interessante Beitrag meinen Blog-Beitrag erweitert hast. :)

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  2. Puuhhhh..einiges davon kenne ich.
    Die eingerollten Blätter alljährlich, die grauslichen Blattläuse (teilweise zerquetsche ich sie mit einem Papier, teilweise versuche ich es mit Schmierseife (hilft nur ganz kurz, wenn überhaupt) und nun habe ich mir "Aus die Laus" gekauft, angeblich BIO....)....
    Und nebst Mehltau und Pilzen kenne ich auch die Rosenkäfer,
    die hie und da zu finden sind.
    Das mit dem Nachbar....*lach*....
    Schönes WOE und danke für das interessante Posting!
    LG von Luna

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    1. Hallo Luna,

      ich bin auch sehr gespannt, was meine Rosen so heimsuchen wird. Wobei ich mir vorstellen kann, dass die Pflanzen auf dem Balkon nicht so "angegriffen" werden als im Garten.

      Das kann aber auch nur eine naive Vermutung von mir sein.

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  3. oooh, was für furchtbare Krankheiten.... Da muß man für ein biologisches Gleichgewicht sorgen und ein gutes Klima, um einigem davon vorzubeugen!
    Lavendel in die Nähe der Rosen zu pflanzen kennst du ja bestimmt!!! Da gibt es bestimmt noch einiges mehr, was man vorbeugend pflanzen und tun kann! Marienkäfer sind ja schon mal ein gutes Zeichen.
    LG sendet Anke

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    1. Hallo Anke,

      hätte man ein Gewächshaus, kann man in der Tat, wenn dort Rosen drin sind, teilweise Fressfeinde in das Gewächshaus setzen. In freier Natur ist das dann leider nicht mehr so leicht. ;)

      Leider habe ich hier noch keinen Marienkäfer bei meinen Rosen gesehen. Aber die sind ja noch klein.

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  4. Ich warte schon auf die Welle, das ist nur noch eine Frage der Zeit. Bei mir waren im Mai vor allem die Rosenläuse. Die habe ich aber durch Absammeln gut im Griff gehabt. Insbesondere die Geflügelten sollte man gleich umbringen, die gründen neue Kolonien. Später im Jahr kam auch weiße Fliege, ich denke durch die Hitze.

    Momentan hab ich die Schädlinge eher drinnen... Thrips.

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    1. Guten Morgen Luise,

      im Moment kann ich bei meinen Rosen noch nichts entdecken. Ich denke aber auch, dass Blattläuse mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann vorbei schauen. Ich hoffe, bis dahin gibt es hier eine Marienkäfer-Armee.

      Thripse drinnen? Das hast du denn da angepflanzt?

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  5. Da ich nicht viele Rosen im Garten habe, bin ich mit diesen unliebsamen Zeitgenossen eher weniger konfrontiert, allerdings habe ich mit Spinnmilben und Läusen schon öfter Bekanntschaft gemacht.

    Ganz liebe Grüße
    Kathrin

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    1. Hallo Kathrin,

      ich glaube, bei deinen vielen Pflanzen, die du hast, wirst du Rosen nicht unbedingt vermissen. ;)

      Ich denke, Läuse sind so verbreitet, dass sie bei jedem irgendwo im Garten auftaucht. So wie bei dir auch an deinen Pflanzen.

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  6. Das ist interessant, du fängst gerade an deine Terrasse mit Rosen zu bepflanzen und abrebietest dich schon mal prophylaktisch durch die Phytopathologie der Rose und ihre Bekämpfung? Aber taktisch klug, dann kannst du ja schon vorbeugend dafür sorgen, dass deinen Schätzchen nichts passiert. Begleitstauden sind da allemal wichtig, aber dass Lavendel als Begeltstaude niccht ideal ist dürfte sich schon rumgesprochen haben. Ich empfehle Duftnesseln und Nepeta , auf denen sich dann reichlich Hautflügler einfinden werden, die durchaus auch Blattlausfeinde sein können.
    LG
    Sisah

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    1. Hey Sisah,

      im Moment gibt es im "Garten" eher weniger zu tun. Daher kümmere ich mich schon mal um Dinge wie Schädlinge, die mit Sicherheit auftauchen werden.

      Danke für den Tipp mit den Duftnesseln und Nepeta. Leider sind meine Rosen-Pflanztöpfe voll, aber ich habe noch kleinere Töpfe, die ich dann zu den Rosen-Pflanztöpfen stellen kann. Und in die werde ich dann entsprechende Pflanzen setzen.

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