Donnerstag, 12. April 2012

Rosen und ihre häufigsten Krankheiten


Im Vorfeld kann man dafür sorgen, dass Rosen von Krankheiten weitestgehend verschont bleiben

Vorsorge ist besser Nachsorge. Das gilt auch für das Gärtnern. Und nachdem ich bei einer meiner Violas eine Blüte entdeckt habe, die durchlöchert war wie ein Sieb, habe ich mir für meine Rosen vorgenommen, dass denen nichts passieren soll. Aber ich weiß, dass es unrealistisch ist, das Gartenjahr ohne Pflanzenwehwehchen zu überstehen.

Dennoch habe ich mich nun im Vorfeld mit häufig auftretenden Rosenkrankrankheiten beschäftigt, um vorbeugende Maßnahmen ergreifen zu können, und um zu wissen, was bei einem Krankheitsausbruch zu tun ist.


Rosenrost (Phragmidium mucronatum)

Rosenrost
Wie sieht Rosenrost aus? Auf der Blattunterseite finden sich rostfarbene Sporen, die stäuben, wenn man sie berührt. Meistens tritt der Rosenrost im Frühjahr und Sommer auf.

Wie kann ich vorbeugen? Dass meine Rosen in ihren Pflanztöpfen Rosenrost bekommen, ist eher unwahrscheinlich. Denn meistens werden Rosen befallen, die auf lehmigen Untergrund stehen. Notfalls sollte ein anderer Standort gewählt werden. Man sollte befallene Blätter stets beseitigen.

Wie kann ich ihn bekämpfen? Gegen Rosenrost helfen Mittel wie beispielsweise Compo Ortiva Rosen Pilz-frei. Diese Mittel werden ab Mitte April bis Juli alle zwei Wochen auf die Rosen gespritzt.


Sternrußtau (Marssonia rosae)

Sternrußtau
Wie sieht Sternrußtau aus? Die Blätter der Rosen bekommen schwarze Flecken, die strahlenförmig verlaufen. Irgendwann verfärben sich die Blätter gelb und fallen ab. Sternrußtau tritt meistens im Spätsommer oder Herbst auf. Bei sehr hohen Niederschlägen kann die Rose sogar komplett ihr Laub verlieren. Stark befallene Rosen sind dadurch viel anfälliger für Frost und ihre Blühfreude ist sehr gering.

Wie kann ich vorbeugen? Im Prinzip sollte bei der Rosenauswahl bereits darauf geachtet werden, dass man eine robuste ADR-Rose (ADR steht für Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung) auswählt. Eine ADR-ausgezeichnete Rose muss sich gegenüber Krankheiten ohne Pflanzenschutzmittel behaupten können.
Beim Wässern der Rosen stets darauf achten, dass das Laub nicht mit gewässert wird.
Hat die Rose Sternrußtau, sollte man befallene Blätter aufsammel und beseitigen, sowie im Hausmüll entsorgen.

Wie kann ich ihn bekämpfen? Auch hier hilft es, ab Mitte April bis Juli die Rosen alle zwei Wochen beispielsweise mit Compo Ortiva zu spritzen.


Echter Mehltau (Podosphaera pannosa)

Echter Mehltau
Wie sieht echter Rosenmehltau aus? Ein mehliger, weißer Belag überzieht Blattoberseiten, Triebspitzen und Blütenkelche. Die Blätter nehmen eine rötliche Farbe an und kräuseln sich. Wenn es besonders schwül und warm ist, tritt der echte Mehltau auf.

Wie kann ich vorbeugen? Im Vorfeld sollte man eine robuste Rosensorte auswählen. Ansonsten ist eine Düngung mit viel Kali empfehlenswert. Ebenso sollten die Rosen an einem windigen Standort stehen. Hunger und Durst verstärken die Anfälligkeit der Rose gegenüber dem echten Mehltau. Daher sollte stets gegossen und gegebenenfalls gedüngt werden. Sind die Rosen befallen, sollte man die Stellen abschneiden.

Wie kann ich ihn bekämpfen? Auch hier empfiehlt es sich, Mittel wie Compo Ortiva alle 14 Tage ab Mitte April zu spritzen.


Falscher Mehltau (Peronospora sparsa)

Falscher Mehltau
Wie sieht falscher Mehltau aus? Bei großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht tritt dieser Mehltau auf. Unter den Blättern bildet sich ein grauer Schimmel. Auf den Blättern sind dunkle Flecken zu sehen. Das Laub verwelkt und fällt ab.

Wie kann ich vorbeugen? Eine vorbeugende Maßnahme gegen diese Krankheit gibt es nicht, da sie komplett von den Temperaturen abhängig ist. Gerade im September, aber auch im August, sind Rosen sehr anfällig für den falschen Mehltau. In diesen Monaten sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht äußerst hoch. Eine Kalidüngung ist jedoch sehr hilfreich, um Schlimmeres zu vermeiden.

Wie kann ich ihn bekämpfen? Auch hier wirkt das Mittel Campo Ortiva. Ebenfalls sollten befallene Stellen komplett abgeschnitten werden, um eine Ausbreitung zu vermeiden.


Grauschimmel (Botrytis cinerea)

Grauschimmel (Bild von lfl.bayern.de)
Wie sieht Grauschimmel aus? Die Blüten der Rosen öffnen sich nicht und ein grauer Schimmelfilm liegt über ihnen. Bereits geöffnete Blüten sind verklebt. Der Pilz befällt an regenreichen Tagen aber auch Blätter und Stängel. Meistens trifft es Rosen an feuchten und kühlen Standorten mit „stehender“ Luft.

Wie kann ich vorbeugen? Rosenstandort sollte warm und luftig gewählt werden. Bei der Düngung nicht zu stickstofflastig düngen.

Wie kann ich ihn bekämpfen? Betroffene Stellen sollten abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden. Ansonsten kann man auch hier zu einem Pflanzenschutzmittel greifen.

Kommentare:

  1. Danke für die vielen Infos. Man kann sie gut gebrauchen.
    Viele Grüße :-)

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    1. Hallo Janka,

      ich denke, ich werde die Reihe noch was fortsetzen. Dann sind Schädlinge das Thema.

      Ich hoffe, ich verbreite damit nicht Angst und Schrecken, dass sich bald keiner mehr Rosen in den Garten setzt. ;)

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  2. Hallo Träumer
    Uuuuh ja, die Krankheiten unserer Mimöschen. Obwohl der schlimmste Feind bei uns ist so eine kleine fiese und besonders gefrässige Raupe. Ich habe übrigens die ersten davon schon wieder gesichtet. Nur, ich bleib meinem Vorsatz treu und spritze nicht... Wer in meinem Garten leben will, muss sich das erkämpfen *grins*.
    Hihi, ja, andere haben wohl einen Schuhtick und ich einen Handschuhtick... sehr gut erkannt.
    Wünsche Dir einen gemütlichen Abend.
    En liebe Gruess
    Alex

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    1. Hallo Alex,

      da muss ich dir Recht geben. In der Natur wird ja auch nicht "gespritzt" und der Stärkere setzt sich durch.

      Im Garten ist es in meinen Augen dann auch so ähnlich. Ich denke aber, dass man auf dem Balkon oder der Terrasse auch mal was nachhelfen kann. Da ist das Umfeld doch etwas eingeschränkt und wenn man dann zwischen lauter eingegangenen Pflanzen sitzt, kann man sich nicht so einfach woanders hinsetzen. ;)

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  3. Da kann ich mitsingen,
    besonders beim Sternrußtau, aber auch beim Mehltau.
    Spritzen nutzt da nur wenig, wenn man einen
    Feuchtklimagarten sein Eigen nennt wie meinereiner.
    Ist ein immerwährender mühsamer Kampf.
    Und schwächt die Rosen sehr.
    LG von Luna

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    1. Hallo Luna,

      bei so einem Umfeld wie bei deinen Rosen, wo es wirklich viel Feuchtigkeit gibt, kann ich mir vorstellen, dass man kaum was gegen den Befall machen kann. Da kann man nur hoffen, dass sich die Rosen mit der Zeit einfach mehr und mehr einen Selbstschutz zulegen.

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  4. Ja, ja, mit einem Rosengarten ist man beschäftigt. Ich gieße mit einem Kräftigungstee. Wirkt ganz gut...
    Liebe Grüße,
    Markus

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    1. Hallo Markus,

      was ist das denn für ein Tee? Ein ganz normaler Tee wie du ihn auch trinkst oder was Spezielles für Rosen?

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    2. Das ist ein spezieller Tee für Rosen, den Du im Bio-Fachhandel bekommst.

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    3. Hi Markus,

      klingt interessant. Da werde ich mich mal schlau machen. Besten Dank!

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  5. Sehr interessanter Artikel! Ich habe nur eine einzige Rose vom Discounter und die war bis jetzt noch nie krank. Auch den starken Frost hat sie super überstanden. Ich hoffe nur, dass das auch weiterhin so bleibt.

    lg kathrin

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    1. Hey Kathrin,

      da hast du aber eine robuste Rose erwischt. Vielleicht steht sie auch nur sehr gut und hat deshalb keine Probleme mit Rosenkrankheiten.

      Ich werde meine Pflanzkübel mit den Rosen übrigens auch so stellen, dass sie nie Regen abbekommen.

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  6. Hallo blumenterrassenträumer,
    da bist du ja schon sehr gut vorbereitet auf alle Enventualitäten!!!
    Vllt. könnte man sich auch aus Brennesseln o.ä. ein natürliches Mittel herstellen? Hier habe ich ein paar Informationen gefunden: http://www.hilfreich.de/rosenkrankheiten-natuerlich-bekaempfen_4356

    Leider ist meine schöne Rose auf dem Balkon in diesem Winter erfroren, obwohl ich sie sehr gut eingepackt hatte :(
    LG sendet dir Anke

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    1. Hallo Anke,

      ich möchte auf keinen Fall meine Röschen verlieren. Schon gar nicht im/nach dem ersten Jahr. :)

      Ich bin auch ein Freund von natürlichen Mitteln, aber wie ich so erfahren habe, funktionieren viele davon nur kurzfristig.

      Es gibt aber viele Spritzmittel aus dem Handel, deren Stoffe keine Schäden bei Insekten und Co. verursachen. Zu denen würde ich dann natürlich eher raten als zu irgendwelchen chemischen Keulen.

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  7. Da ich diesen Post gerad' noch sehe ... meine Rosen habe auch Sternrußtau und Rost - mal mehr, mal weniger. Dagegen habe ich nie etwas unternommen. Sie werden nicht einmal gedüngt. Freilich gibt es hier viel Naturmulch, der ihnen wohl ausreicht und im Topf ist das etwas ganz Anderes! Nur gegen den Mehltau habe ich sie gespritzt mit einem Bio-Mittel. Soweit ich weiß, kann man auch Milch nehmen.

    Manche stellen auch Pflanzenbrühen her, wie aus Schachtelhalm, doch mir fehlte da immer die Zeit, zumal die Rosen ohnehin bei uns "auch so" gediehen, da sie sehr robust zu sein scheinen und unsere Vorgänger da schon kaum etwas dran gemacht haben. Das ist wohl in jeder Gartensituation anders.

    Alles Liebe nochmal
    Sara

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    1. Hallo Sara,

      also ich denke nach wie vor, dass bei mir der Standort sehr ideal ist, weil die Rosen so gut wie keinen Regen abbekommen. Und die meisten Rosenkrankheiten werden durch nasses Laub verursacht.

      Aber meine Rosen sind jetzt erst einige Wochen alt. Wer weiß, wie es in einigen Monaten ausschaut.

      Bei deinen Rosen sieht es wohl so aus als hätten sie sich gegenüber Krankheiten selbst "abgehärtet". Das ist wohl am besten. Oder es sind robuste Rosensorten, die nicht so anfällig sind.

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  8. Anonym07:31

    Hallo,habe eine wunderschöne Rose auf meinem Balkon,bis vor zwei Tagen hatte sie wunderschöne Blüten und nun war es 2 Tage über 30Grad und die Blüten angetrocknet,was soll ich tun? Abschneiden und hoffen,dass sie vielleicht neu austreibt,hab sie erst vor 3wochen gepflanzt,ohne Blüten( die kamen aber nach ca 2Woche ). Hoffe ihr habt ein paar Tipps,wie ich mit meinem Patienten umgehen soll bzw kann?!
    Liebe Grüße

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    1. Hi,

      wichtig ist, dass die Rosen schön luftig stehen und nicht an der Häuserwand. Wenn die Rosenblüten verblüht sind, schneide sie einfach ab. Viele Rosen blühen öfter im Jahr.

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  9. Tolle Tipps!! Danke

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